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Die Schwarzenburger

Die Schwarzenburg dürfte um das Jahr 1000 entstanden sein, wobei ein Vorgängerbau der unzugänglichen, aber räumlich stark beengten Steinernen Wand vorstellbar erscheint. Um 1050 wird ein "Heinricus de Swarcenburg" als Vogt des Hochstifts Regensburg und des Klosters St. Emmeram genannt. Berthold von Schwarzenburg tritt in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts auf, er kommt auf dem Kreuzzug König Konrad III. um. Zu erwähnen ist Erzbischof Friedrich von Köln (1100 - 1131), ein Onkel dieses Bertholds.

Zählten diese "Älteren Schwarzenburger" schon aufgrund der prominenten Familienmitglieder zur bayerischen Führungsschicht, so nehmen die ab 1240 nachweisbaren "Jüngeren Schwarzenburger" nur den Rang herzoglicher Dienstmannen ein. Sie verdingten sich häufig als Kriegsleute, herzogliche Pfleger und Klostervögte. Ab 1300 erfolgte ihr wirtschaftlicher Niedergang, der bald zum Verlust der Herrschaftsrechte führte.

1332 erwarben die Landgrafen von Leuchtenburg die Feste Schwarzenburg, den Markt Rötz und die Stadt Waldmünchen mit allen Zugehörungen und Gerechtigkeiten. Finanzielle Probleme des eigentlich reichen und mächtigen Geschlechts führten 1402/04 zum Verkauf der Herrschaft Schwarzenburg-Rötz-Waldmünchen an die Pflug von Rabenstein. Deren Stammsitz lag in Rabenstein an der Schnella in Mittelböhmen.

Besonders bekannt wurden Hintschik Pflug als Anführer des bayerischen Heerbanns in der Hussitenschlacht 1433 bei Hiltersried und sein Sohn Sebastian als Bundeshauptmann der Böckler- und der Löwlerritter. 1495 erwarb Heinrich von Plauen, Burggraf zu Meißen, die Herrschaft, zu der nun auch das Kloster Schönthal zählte. Er erhob um 1505 den Markt Rötz zur Stadt.

Ab 1505 folgte ihm der letzte Adelsherr, gleichzeitig die schillernste Figur aufder Schwarzenburg: Heinrich von Guttenstein. Die nach der Stammburg bei Konstantinsbad benannte Familie zählte zu den reichsten Geschlechtern Böhmens, war aber wegen ihrer Konfliktbereitschaft und Gewalttätigkeit berüchtigt. Heinrich als typischer Vertreter des Clans war in zahlreiche Adelsfehden und Kriegswirren verwickelt.

Als er von der Schwarzenburg aus Gewalttaten verübte und sich auch noch mit der Reichsstadt Nürnberg anlegte, war das Maß voll. Der Schwäbische Städtebund machte gegen ihn mobil, der "Wilde Heinz" gab nach und verkaufte die Herrschaft Schwarzenburg 1509/10 um 41000 Gulden an die Kurpfalz. Diese teilte die Herrschaft in die beiden Pflegeämter Rötz und Waldmünchen. Die Burg verfiel schnell und wurde schon bald als "ödes Gschloß" bezeichnet.