Keramik aus dem Chodenland
Das Oberpfälzer Handwerksmuseum Rötz-Hillstett präsentiert zur Zeit eine sehenswerte neue Sonderausstellung. Das Chodenland im benachbarten Böhmen ist berühmt für seine kunstvollen und bunten Keramikwaren. Die Ausstellung wurde vom Chodenmuseum Domažlice/Taus erarbeitet und bestückt. Die Exponate stammen aus verschiedenen Keramik-Werkstätten.
Im Mittelalter waren die Choden Grenzbewacher in der Gegend um Domažlice/Taus und deshalb von den böhmischen Königen mit einigen Privilegien ausgestattet. Bis heute wird großer Wert auf die Erhaltung der eigenen Volkskultur, Mundart und Tracht gelegt. Die Keramiken beeindrucken vor allem durch ihre kunstvolle Bemalung.
Die Keramikmanufaktur in Klenči/Klentsch wurde 1835 gegründet. Sie spezialisierte sich auf die Herstellung von preisgünstigen und bunten Produkten für das ländliche Volk. Zur Blütezeit von 1922 bis 1929 waren dort 70 Menschen beschäftigt. Vor allem aufgrund der Weltwirtschaftskrise in den Dreißiger Jahren nahm die Produktion stark ab und es ging der ganze Besitz verloren.
Außer dem Werk waren in Klentsch auch zahlreiche Töpfer und Keramikmaler tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand der heute schon klassische Dekor mit bunten Blumen und rotem Klatschmohn auf weißem und schwarzem Untergrund. 1939 gab es in Klentsch etwa 14 Werkstätten, von denen bis 1953 nur noch drei verblieben. Sie gründeten zusammen mit den Malerinnen die Genossenschaft für die Herstellung von kunstgewerblichen Produkten „Chodovia“, die bis heute besteht.
Die Manufaktur in Všeruby/Neumark existierte von 1832 bis 1946. Die ausgestellten Stücke stammen aus den Jahren 1833 bis 1913.
Der hochwertige Ton um das Städtchen Koloveč /Kollautschen war einer der Hauptgründe dafür, dass sich die dortigen Handwerker ab dem beginnenden 18. Jahrhundert der Keramikherstellung widmeten. In Kollautschen entstand keine Manufaktur, die Erzeugnisse stammen ausschließlich aus der Heimproduktion.
In der kleinen Siedlung Baierek bei Nyrsko/Neuern wurde 1824 eine Manufaktur gegründet, die schnell zu einer der größten der Region wurde, sie hatte 11 Beschäftigte. Für den Dekor wurde oft Kupferdruck verwendet. Die Manufaktur schloss um 1920.
Die Manufaktur in Ždánov/Tannawa bestand von 1813 bis 1890, wobei die Produktion mehrmals unterbrochen werden musste. Die ausgestellten Stücke stammen aus der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die Ausstellung kann bis 31. Oktober dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden.
Sie wird präsentiert im Rahmen des Projekts DIALOG | MUZEUM mit Unterstützung der Europäischen Union Ziel 3 – Cíl 3 Territoriale Zusammenarbeit (INTERREG) Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Infos zum Oberpfälzer Handwerksmuseum gibt´s hier:







