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Das Rötzer Stadtwappen

„In Silber die stehende Hl. Margareta in rotem Gewand mit grünem Gürtel, in der Linken ein schwarzes Kreuz, in der Rechten die grüne Märtyrerpalme haltend; 
ihr zu Füßen ein geflügelter grüner Drache.“

Das Rötzer Stadtwappen

Aus dem späten 14. Jahrhundert stammt das von Siegelabdrücken seit 1417 und dann wieder aus Siegel- und Wappendarstellungen des 17. bis 20. Jahrhunderts bekannte Bild der Hl. Margareta mit dem Drachen (Lindwurm). 1505 wird Rötz erstmals als Stadt bezeichnet. Das dritte Siegel um 1516 führt ebenso wie die erste farbige Darstellung von Apian um 1568 nur den Drachen (golden in Blau) im Schild.

Seit 1811 steht wieder die Hl. Margareta im Mittelpunkt des Wappens. Auf der Bürgermeistermedaille an der Amtskette (Rückseiten-Prägestempel von 1820) zeigt das Wappen noch zwei Mehrungen, die sich in den neueren Darstellungen nicht mehr finden. In der vorderen oberen Ecke, über dem Palmzweig der Hl. Margareta, erscheint hier der Hl. Geist in der Gestalt einer fliegenden Taube.

Die Schutzpatronin von Rötz hält zudem in ihrer Linken zusätzlich zum Kreuz noch ein Band, das dem Drachen gleichsam als Fessel um den Hals gelegt ist. 1955 wurden vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, Unklarheiten in der Tingierung aufgrund von Vorlagen aus dem 19. Jahrhundert bereinigt.

Quelle:
BUCHER, REINHOLD: Die Gemeindewappen des Landkreises Cham in farbiger und graphischer Tingierung. 
In: Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham 24. Band (2007) S. 207-278. ISSN 0931-6310 

Zeittafel zur Stadtgeschichte

Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zum Dreißigjährigen Krieg (1255 bis 1618):

1017 Erster indirekter Nachweis von Rötz in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II.

um 1050 Das Geschlecht der Schwarzenburger wird erstmals urkundlich erwähnt.

1255 In Rötz werden erstmals eine Kirche und ein Pfarrer genannt.

1299 Rötz wird erstmals als "forum" (Markt) bezeichnet.

1360 Das Recht der Siegelführung des Marktes Rötz ist erstmals bezeugt.

1408 Rötz erscheint erstmals als Gerichtssitz der Herrschaft Schwarzenburg

1433 Rötzer Bürger beteiligen sich an der Hussitenschlacht bei Hiltersried

1505 Rötz wird erstmals als Stadt bezeichnet.

1545 - 1552 Erbauung des Stadt- bzw. Kirchturmes

1600 Großer Brand im nördlichen Stadtteil

Vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Säkularisation (1618 bis 1803):

1634 Im Dreißigjährigen Krieg zerstören schwedische Truppen die Schwarzenburg

1705 Volksaufstand im Pflegamt Rötz nach Zwangsrekrutierungen durch österreichische Besatzer im Spanisen Erbfolgekrieg (1701 - 1714)

1709 Bei einem Stadtbrand werden 23 Häuser zerstört.

1742 - 1744 Schwere Belastungen der Stadt durch Truppendurchzüge und Plünderungen im Österreichischen Erbfolgekrieg (1741 - 1745)

1750 - 1754 Neubau der Friedhofskirche St. Salvator vor dem Böhmertor

1771 Großer Stadtbrand: 87 Hauptgebäude und 69 Städel werden vernichtet.

1779 Ein weiterer Stadtbrand zerstört 90 Hauptgebäude und 114 Nebengebäude.

Von der Säkularisation bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges (1803 bis 1914):

1803 Das Pflegamt Rötz wird aufgelöst und dem neugebildeten Landgericht Waldmünchen zugeordnet.

1806 Rötz wird die Gerichtsbarkeit entzogen.

1840 Größte Brandkatastrophe in der Geschichte der Stadt: 143 Haupt- und 145 Nebengebäude werden zerstört. Der Neuaufbau erfolgt nach einem Generalbauplan der Regierung.

1868 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rötz

1876 Errichtung eines Krankenhauses, das bis 1920 bestand.

1892 Aufführung des ersten Freilichtspiels auf der Schwarzenburg.

1908 Erster öffentlicher Fernsprecher in Rötz

1911 Einführung des Kraftpostverkehrs nach Waldmünchen und Neunburg vorm Wald

1914 Errichtung einer neuen Steinbrücke über die Schwarzach

Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gebietsreform (1914 bis 1972):

1915 Eröffnung der Lokalbahnlinie Neunburg vorm Wald- Rötz; Bau einer zentralen Wasserleitung

1921 Anschluss an das öffentliche Stromnetz

1924 Einführung einer elektrischen Straßenbeleuchtung

1927/1928 Bau eines Kinderheimes; Neubau eines Postamtes

1934 Errichtung eines Krankenhauses an der Hussenstraße

1946 Eingemeindung der Landgemeinden Berndorf, Gmünd und Hetzmannsdorf

1950/1952 Neubau eines Schulhauses

1958 Aufhebung der Landpolizeistation in Rötz

1963/1965 Ausbau des alten Schulhauses zum Rathaus

1969 Stilllegung der Bahnlinie Rötz - Neunburg vorm Wald unter großem Bürgerprotest

Von der Gebietsreform bis zur Deutschen Einheit (1972 bis 1990):

1972 Durch die Gebietsreform werden die Gemeinden Bernried, Fahnersdorf, Pillmersried, Hillstett und Heinrichskirchen nach Rötz eingemeindet.

1974 Bau eines Löschgerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Rötz

1976 Einweihung des neu erbauten Hallenbades

1978 Mit der Eingemeindung der Landgemeinden Diepoltsried, Grassersdorf und Teilen von Steegen und Alletsried wird die Gemeindegebietsreform abgeschlossen.

1979 Fertigstellung einer modernen Kanalisations- und Sammelkläranlage

1981 Mit der Einweihung eines Marktbrunnens und zahlreichen Feierlichkeiten erinnert die Stadt an die Stadterhebung vor 475 Jahren.

1984 Mit der Eröffnung einesMuseumsgebäudes im Oberpfälzer Handwerksmuseum werden die ersten Werkstätten als Dauerausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

1988 Das städtische Krankenhaus wird Mitte des Jahres geschlossen. Eine Klinik für allergische und degenerative Erkrankungen "(Hautklinik") nimmt ihren Betrieb auf.

1989 Die Gasversorgung Schwandorf baut Zug um Zug ein Leitungsnetz in der Stadt auf, um Betriebe und private Haushalte mit Erdgas versorgen zu können.

Von der Deutschen Einheit bis zur Gegenwart:

1992 Die US-Army schließt das Bordercamp Reed und verlässt nach 38 Jahren die Stadt.

1993 Nach vierjährigen Renovierungsarbeiten wird der "Fürstenkasten" offiziell seiner Bestimmung übergeben.

1996 Das neue Freibad, die "FreizeitWelle" geht nach zwei Jahren Bauzeit in Betrieb. Nach 40 Jahren Pause wird das historische Freilichtspiel "Der Guttensteiner" auf der Naturbühne der Schwarzenburg wieder aufgeführt.

1997 Als Pilotprojekt im Landkreis Cham nimmt das Biomasse-Heizwerk Rötz den Betrieb auf.

2003 Als erste ihrer Art im Landkreis Cham, geht die erste Rötzer Bürgersolaranlage auf dem Dach der Volksschule Rötz ans Netz.

2005/2006 Zusammen mit der Pfarrei St. Martin begeht die Stadt das Festjahr "500 Jahre Stadt Rötz - 750 Jahre Pfarrei St. Martin". Die Stadt begründet die erste Städtepartnerschaft mit der Stadt Retz in Niederösterreich.

2007 Nach drei Jahren Bauzeit gehen die Arbeiten zur umfassenden Erneuerung und Sanierung der Wasserversorgungsanlage Rötz zu Ende. Die Stadt schließt mit der Gemeinde Altenmarkt a.d.Triesting in Niederösterreich ihre zweite Partnerschaft.